Video Nr.4© „Vocal Fry“, Mix & „Pharyngeal“

Im Video Nr.4 geht es um 2 ganz besondere Stimmaspekte, die in der Klassik kaum verwendet werden, und teilweise sogar über 350 Jahre vergessen wurden und erst 2014 in der Dissertation: „Voce faringea – Rekonstruktion einer vergessenen Gesangskunst“ von Dr. Alexander Mayr (mit dem ich mich regelmässig austausche) wiedergefunden wurden.

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Im Singing Success System von Brett Manning wird die „voce faringea“ bzw. „pharyngeal voice“ bereits seit 2 Jahrzehnten gelehrt. Faszinierend!

Zuerst zeige ich im Video, dass die Stimme unter der Bruststimmgrenze noch ca. eine Oktave tiefer (bis zum Ende des Klaviers!) gehen kann: „Vocal Fry“ heisst auf deutsch: „Schnarrstimme“ und auf österreichisch: „Brutzelstimme“. Entspannen sie sich und schnarren z.B. durch ein Gefühl von Mitleid tiefer als die Bruststimmgrenze: „oh“ Glissando nach unten, bis es schnarrt. In diesem emotionalen Zustand lernen wir genaue Tonhöhen und Skalen zu singen. Das ist für viele Sänger eher schwierig, zeigt aber, dass die Stimme dort unter der Bruststimme die unbewussten emotionalen inneren Muskeln auf genauer Tonhöhe trainieren kann. Dieser Mechanismus ist sehr wichtig für die entspannten hohen Töne.

Hier kommt ein Video über die Stimmlippen-Schwingungen von Vocal Fry:

Im nächsten Video wird die Stimme in 4 Register eingeteilt: Es fehlt der Mix … aber die Informationen über „Vocal Fry“ sind wertvoll:

Die Bruststimme hat volle Stimmlippenschwingungen und wird hauptsächlich im Brustkorb verstärkt. Sagen sie ein tiefes: „Hey“ mit folgender Handposition:img_3080Die Kopfstimme schwingt hauptsächlich mit den Stimmlippenrändern und wird im Kopfbereich verstärkt: Sagen sie ein hohes „Hui“ mit folgender Handposition:img_3078Die grosse Frage ist immer: Kopf -oder Bruststimme?img_3079

Die Lösung der meisten Stimmprobleme heisst:

 „MIXED VOICE“

„Pharyngeal Voice“ beschreibt einerseits eine Schwingungsform der Stimmlippen, andererseits die mit ihr untrennbar verbundene Resonanz des Rachens.

Pharyngeal Voice (also „Rachenresonanzstimme“) schwingt in einer Art Mischung („Mixed Voice“) zwischen Voll- und Randschwingung (bzw. Brust-und Kopfstimme). Sie ist nur dann möglich, wenn sie auch die Mix-Resonanz zwischen Kopf – und Brustresonanz benützt: Sagen sie ein mittelhohes „Singing“ mit folgender Handposition:

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Dieses „NG“ Gefühl zeigt, dass es ein „In-between“ also ein eigenständiges Mix-Register gibt. Sehr wichtig ist auch das weinerlich-emotionale Training der Stimmlippenränder der sog. „Edges“. Ich würde sagen: Mixed Voice ist eine Art Kopfstimme, die durch Rachenresonanz und verstärkte Edges eine besonders starke virtuose Höhe erreicht. Sie hat eine ganz eigene sensationelle Stimmqualität, sodass sie eine eigenständiges Stimmregister bildet. Diese Technik lässt sich in allen Stilen für präsente leichte und laute hohe Töne, aber auch für ausdrucksvolle mittelhohe und für extrem präsente tiefe Töne einsetzen.

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Zu guter Letzt fasse ich noch die 5 Register der weiblichen und männlichen Stimmen von unten nach oben zusammen:

1. Tiefste Schnarrstimme „Vocal Fry“ = tiefstes Stimmregister (Boden)

2. Bruststimme „Chest Voice“ = Fundament und Erdgeschoss

3. Gemischte Stimme „Mixed Voice“ = virtuose Mischung

4. Kopfstimme „Head Voice“ = voll bewohnbares oberstes Stockwerk (Falsett ist dagegen meist luftig und wirkt wie ein nicht ausgebauter Dachboden)

5. Pfeifstimme „Whistle Voice“ = höchstes Stimmregister (Dach)

Eine spezielle Herausforderung biete ich am Ende des Videos:

„Funny Game for Your Brain“

Versuchen sie alle 5 Vokale „NI-NE-NA-NO-NU“ oder „NU-NO-NA-NE-NI“ auf der Rossini Skala …es ist gar nicht so einfach … Übung macht den Meister … oder eine Lektion mit einem Coach, der den schnellsten Weg zum stimmlichen Erfolg mit vielen SängerInnen bereits oft gegangen ist. Es wird garantiert auch mit ihrer Stimme klappen  … einfach gleich einen Termin buchen. Ich freu mich darauf ihnen alles Stimmliche zu zeigen … und sie alles entdecken zu lassen.

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